Unsere Geschichte beginnt 1927

Wir gehen aber vorerst zurück in die Jahre nach dem 1. Weltkrieg, als die Tiroler Tier- und Pflanzenwelt durch den großen Aufschwung des Tourismus und der vielen Besucher sehr in Mitleidenschaft gezogen wurde. Im Fremdenverkehrsland Tirol wurden die Forderung nach einer Überwachung zum Schutz der Landschaft immer lauter.

Die Tiroler Landesregierung fasste 1926 deshalb den Beschluss in Tirol eine Bergwacht zu gründen. Am 31.10.1927 trat das erste Bergwachtgesetz in Kraft. Die Aufgaben der Bergwächter nach diesem Gesetz waren „der Schutz der Personen und des Eigentums an Feld-, Alp- und Waldgut, sowie von alpinen Schutzhütten“. Es bestand nach diesem Gesetz die Möglichkeit, Bergwächter zu bestellen, die als öffentliche Wachorgane vollkommen selbständig ihren Dienst im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen versahen und zur Beobachtung, Verhütung und Verfolgung aller Missstände im alpinen Gelände zuständig waren.

Mitglieder zu finden war anfänglich nicht so einfach. Sie wurden aus den Reihen des Österreichischen und Deutschen Alpenvereins, des Tiroler Jagdschutzverein, der Österreichischen Bundesforste, des Österreichischen Touristenclub und weiterer alpiner Vereine gewonnen.

Bereits 1929 wurden die Bergwachtmänner mit der Einhebung von Organstrafen ermächtigt und ein Jahr später gab es bereits 420 Bergwachtmänner in ganz Tirol.

Ab 1932 interessierten sich dann auch andere Bundesländer für das in Österreich einmalige Modell der Tiroler Bergwacht.

Der Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich

Im Jahr 1938 wurde die landesrechtliche Errichtung des Bergwächters aufgelöst. Nach Versuchen die Bergwacht in die Sturmabteilung und in den Rettungsdienst des Deutschen Alpenvereins einzugliedern, wurde die Tiroler Bergwacht im Jahre 1941 dem Reichsstatthalter der Gendarmerie unterstellt. Die Bergwacht war nun im Gau Tirol-Vorarlberg als Hilfspolizei eingesetzt. Der Aufgabenbereich blieb weitgehend der gleiche wie vor dem Anschluss. Das Dritte Reich brachte allerdings die Einrichtung sowie Ausweitung von Naturschutzgebieten in Tirol mit sich, deren Überwachung weiterhin Aufgabe der Bergwächter blieb. In engem Einvernehmen mit dem Deutschen Alpenverein wurden auch Rettungsdienste bei alpinen Unfällen durchgeführt.


Nach dem zweiten Weltkrieg

Am 20.07.1945, sofort nach Ende des 2. Weltkriegs, wurde mit Beschluss der Tiroler Landesregierung die Bergwacht nach den Bestimmungen des Tiroler Bergwachtgesetzen von 1927 wieder gegründet, bzw. reorganisiert. In den Nachkriegsjahren stieg die Zahl der Mitglieder von nur mehr 77 auf 600 an.

Die Novellierungen des Bergwachtgesetzes 1955 und 1970 brachten keine wesentlichen Änderungen. Der Aufgabenbereich des Bergwächters wurde erweitert und an die neuen Gegebenheiten angepasst, es wurde aber noch immer keine gesetzliche Organisation „Tiroler Bergwacht“ eingerichtet.

Die inzwischen organisch gewachsene Organisationsform der Bergwacht mit Ortsstellen, Bezirksstellen, Landesleitung hatte sich bestens bewährt, wurde weiter ausgebaut und in dieser Form schließlich durch das neue Bergwachtgesetz von 1977 unverändert übernommen und damit auf eine gesetzliche Basis gestellt.


Die Einrichtung der Organisation

Am 1.3.1978 ist das Tiroler Bergwachtgesetz in Kraft getreten. Dieses Gesetz brachte gegenüber der früheren Rechtslage eine wesentliche Erweiterung des Aufgabenbereiches der Bergwächter.

Die Bergwächter wurden zu einer Körperschaft öffentlichen Rechts zusammengefasst, welcher bestimmte Aufgaben bei der Vollziehung der Gesetze übertragen wurden und deren Organisation eingehend geregelt.

Der Bergwächter wurde Organ der öffentlichen Aufsicht und damit Organ der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde. Die Ausübung des Bergwachtdienstes wurde genau geregelt und erfolgte weiterhin ehrenamtlich.


Die letzten Jahre

Ab den 1990 gab es auch die ersten Frauen in der Tiroler Bergwacht.

Das Jahr 2002 brachte eine Novelle des Bergwachtgesetzes 1977. Darin wurde erstmals eine einheitliche Uniformierung geregelt.

Im Jahr 2007 wurden auch Einsatzstellen der Tiroler Bergwacht mit dem Digitalfunksystem ausgestattet, was seither eine fast flächendeckende Kommunikation ermöglicht.

Die Geschichte der Tiroler Bergwacht ist auch die Geschichte des Naturschutzes in Tirol. Damals wie heute ist es ein wesentliches Anliegen der Tiroler Bergwacht zur Erhaltung unserer einmaligen Natur persönlich beizutragen und damit Verantwortung zu übernehmen. Wir möchten, dass unser Land so lebenswert bleibt, wie wir es von früheren Generationen übernommen haben.

Aus der Vergangenheit lernen – die Gegenwart nutzen – die Zukunft verändern.

Doch eines wird sich nie ändern: „Die Tiroler Bergwacht steht für den Schutz der Natur!“