Geschichte der Tiroler Bergwacht

Das erste Tiroler Bergwachtgesetz ist am 31.10.1927 in Kraft getreten. Die Aufgaben der Bergwächter nach diesem Gesetz waren „Der Schutz der Personen und des Eigentums an Feld-, Alp- und Waldgut, alpinen Schutzhütten, deren Einrichtung und Zubehör sowie die Instandhaltung der Verunreinigung oder Verunstaltung der Gegend durch herumwerfen und liegenlassen von Gegenständen, insbesondere insoferne die Gefährdung, Verletzung oder Verunreinigung mit einer sportlichen Betätigung oder dem Ausflugsverkehr im Zusammenhang steht“.
Es bestand also nach diesem Gesetz die Möglichkeit, Bergwächter zu bestellen, die als öffentliche Wacheorgane vollkommen selbständig ihren Dienst im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen versahen und zur Beobachtung, Verhütung und Verfolgung aller Missstände im alpinen Gelände zuständig und befugt waren. Eine Organisation der Bergwacht wurde damals nicht begründet.

 

Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich

Im Jahr 1938 wurde die landesrechtliche Einrichtung des Bergwächters aufgelöst. Die Bergwächter wurden der Gendarmerie als Hilfspolizei unterstellt. Der Aufgabenbereich blieb weitgehend der gleiche wie vor dem Anschluss. Das Dritte Reich brachte allerdings die Einrichtung sowie Ausweitung von Naturschutzgebieten in Tirol mit sich, deren Überwachung weiterhin Aufgabe der Bergwächter blieb.

 

Nach Ende des zweiten Weltkrieges

Die Einrichtung des Bergwächters wurde mit Beschluss der Tiroler Landesregierung vom 20.7.1945 wieder gegründet und nach den Bestimmungen des Bergwachtgesetzes 1927 neu aufgestellt.
Die Novellierung des Bergwachtgesetzes 1927 in den Jahren 1955 und 1970 brachten keine wesentlichen Änderungen. Der Aufgabenbereich des Bergwächters wurde erweitert und an die neuen Gegebenheiten angepasst. Auch jetzt wurde noch keine gesetzliche Organisation der Bergwacht eingerichtet. Die inzwischen organisch gewachsene Organisationsform der Bergwacht mit Ortsstellen, Bezirksstellen, Landesleitung hatte sich jedoch bestens bewährt, wurde weiter ausgebaut und in dieser Form schließlich durch das neue Bergwachtgesetz von 1977 unverändert übernommen und damit auf eine gesetzliche Basis gestellt.

 

Einrichtung der Organisation

Am 1.3.1978 ist das Tiroler Bergwachtgesetz in Kraft getreten. Dieses Gesetz brachte gegenüber der früheren Rechtslage eine wesentliche Erweiterung des Aufgabenbereiches der Bergwächter.
Die Bergwächter wurden zu einer Körperschaft öffentlichen Rechts zusammengefasst, welcher bestimmte Aufgaben bei der Vollziehung der Gesetze übertragen wurden und deren Organisation eingehend geregelt wurde. Der Bergwächter wurde Organ der öffentlichen Aufsicht und damit Organ der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde. Die Ausübung des Bergwachtdienstes wurde genau geregelt und erfolgte weiterhin ehrenamtlich.

 

Die letzten Jahre

Die letzten paar Jahre sind eigentlich noch nicht wirklich Geschichte. Die Jahrtausendwende setzte auch in der Bergwacht etliches in Bewegung. In der Bergwacht hat die Zukunft bereits begonnen. Das Jahr 2002 brachte eine Novelle des Bergwachtgesetzes 1977. Darin wurde erstmals eine einheitliche Uniformierung geregelt. Im Jahr 2007 wurden auch Einsatzstellen der Tiroler Bergwacht mit dem Digitalfunksystem ausgestattet, was seither eine fast flächendeckende Kommunikation ermöglicht.

 

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Tiroler Bergwacht
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Wussten Sie, dass…

- ca. 1300 Bergwächter ihren Dienst in einer der 99 über das gesamte Landes- gebiet verteilten Einsatz- stellen leisten?

- rund 50 Frauen Mitglieder der Bergwacht sind?

- Bergwächter im Dienst als Beamte anzusehen sind?

- der Finanzbedarf der Tiroler Bergwacht durch Zu- wendungen des Landes, der Gemeinden sowie durch Spenden gedeckt wird?